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Dirk: "Am beeindruckendsten finde ich
bisher die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft in der Tuerkei.
Man bekommt wirklich ueberall geholfen. Einige Tuerken begleiten
einen zu einem Geschaeft, Bankautomat oder was auch immer man
sucht. Es vergeht kein Tag, an dem man nicht zu einem Tee eingeladen
wird. Die Gastfreundschaft ist ohne finanzielle Interessen, da
wir z.B. auch an Tankstellen auf gute Unterstuetzung treffen."
Roland: "Ohne Zweifel Rumaenien: Die
Karpaten waren traumhaft, Transsylvanien war fuer mich ein Paradies
(Mittelalter), und es war einfach toll zu sehen, dass die Leute,
obwohl sie sehr arm sind, trotzdem sehr glücklich wirken.
Da konnte man mal sehen, das übermaessieger Konsum nicht
notwendigerweise zu einem glücklichen, zufriedenen Leben
führt. Das hat meine Lebenseinstellung bestaetigt."
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Dirk: "Die koerperliche Anstrengung
ist an den Bergetappen richtig heftig. Dann frage ich mich schon
mal warum ich das überhaupt mache und wuerde dann schon mal
gerne auf einen motorisierten Untersatz zurueckgreifen. Die kleineren
Annehmlichkeiten wie kühle Getraenke in ausreichender Menge,
ein sauberes Bad statt Campingplatztoiletten oder ein erholsamer
Schlaf ohne Krach, Hitze und Mücken sind teilweise Wünsche
auf meiner Tour."
Roland: "Meine Freunde und meine Familie"
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Dirk: "Man trifft immer wieder auf Gastarbeiter,
die gut deutsch sprechen und einem gerne helfen. Ausserdem kommt
man oft mit Englisch weiter. Wir haben auch schon ein paar Worte
tuerkisch gelernt und benutzen zu Not Haende und Fuesse zur Verstaendigung."
Roland: "Ich kann ein paar Brocken türkisch,
viele sprechen deutsch, manche sprechen englisch, sehr wenige
franzoesisch, notfalls Zeichensprache."
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Dirk: "Bei uns war es in der letzten
Zeit recht heiss. Die 30 Grad-Marke wurde immer ueberschritten.
Besonders fuer mich als hellhaeutiger Typ ist es etwas schwieriger
mit diesen Klimabedingungen zurecht zu kommen. Ich muss mich daher
stets mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen und eine Sonnenkappe
tragen. Am Abend folgt taeglich die After-Sun-Behandlung. Das
nervt mich schon etwas, ist aber notwendig.
Mit zunehmender Hoehe werden die Temperaturen fuer mich angenehmer
werden. Ausserdem tritt langsam ein Gewoehnungseffekt ein."
Roland: "Hitze, Hitze und gelegentlich
auch mal Hitze. OK, bis Rumaenien haben wir dann doch auch mal
ein bisschen Regen abgekriegt, war aber halb so wild."
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Dirk: "Fuer eine aehnliche Reise kann
ich nur empfehlen sehr fruehzeitig mit der Planung anzufangen.
Dies ist alleine schon wegen den Impfungen erforderlich. Bei mir
war die Vorbereitungszeit von 3 Monaten neben dem Diplom eher
knapp bemessen. Informationen fuer eine Reise in diesem Umfang
sind nach naeherer Beschaeftigung mit dem Thema in Bibliotheken
und dem Internet reichlich vorhanden. Vorherige Radreisen sollten
durchgefuehrt werden, um Erfahrung mit der richtigen Ausruestung
sowie deren angemessenen Umfang zu sammeln (Haette ich auf Freunde
gehoert, wuerde ich mit doppelt soviel Gepaeck die Berge hoch
schnaufen)."
Roland: "Eine normale Antwort würde
jetzt den Rahmen sprengen, deswegen nur drei kurze Punkte: Probier,
Dir kein Zeitlimit zu setzen, nimm nur mit, was unbedingt notwendig
ist (Gewicht sparen!) und such Dir einen Sponsor!"
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Dirk: "Es gibt viele Gegenstaende, die
taeglich benutzt werden und daher unverzichtbar sind. Sehr wichtig
ist z.B. meine Radhose mit einem Polster am Hinterteil. Bisher
habe ich meine Reisehaengematte noch nicht benutzt. Im Moment
kann ich mir auch nicht vorstellen, sie unbedingt zu gebrauchen,
da die relativ baumfreie Tuerkei keine Aufhaengemoeglichkeiten
bietet."
Roland: "Unverzichtbar ist meine Radhose
Gonso, mein Walkman, mein Stirntuch (anti-schweiss-in-die-Augen-Tuch),
mein Werkzeug und natürlich noch ein paar andere Sachen,
wie z.B. Klamotten und Hygiene-zeugs. Nicht gebraucht habe ich
bisher meinen Ersatzmantel, den Wasserfilter und die Wasserreinigungstabletten,
meinen Pullover, meine lange Hose und die Wassersaecke."
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Dirk: "Besonders die Ausgaben in der
Schweiz haben ein Loch in die Reisekasse gerissen. Einige Reparaturen
liessen sich schweizer Radhaendler teuer bezahlen, obwohl die
Qualitaet nicht stimmte. In Italien wurden einige Ausgaben schon
guenstiger aber dennoch waren z.B. die Campingplaetze an der Kueste
extrem teuer. In der Tuerkei ist das gesamte Preisniveau sehr
freundlich fuer die Reisekasse. Wir gehen fast taeglich zweimal
warm Essen und geben pro Essen fuer zwei Personen ca. 4-5€
aus. Die Uebernachtungen schlagen mit 4 € (z.B. heute in
Aksaray) und 8 € an der Kueste zu buche. In der Osttuerkei
ist jedoch mit geringen Kosten zu rechnen. Bisher zahlen wir mit
Tuerkischen Lira. Einmal ist uns das Geld ausgegangen und ein
Bankautomat war nicht zu erreichen. Unsere Uebernachtung konnten
wir in Euro bezahlen. Aufgrund der starken Inflation sind starke
Waehrungen wie der Euro gerne als Zahlungsmittel gesehen."
Roland: "Nur in touristischen Gegenden.
Aber man kann in jeder halbwegs grossen Stadt Geld abheben, wir
haben also immer türkische Lira auf Tasche... "
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Dirk: "Wir haben einige Ersatzteile
wie Ersatzschlaeuche, Ersatzmantel sowie einige Kleinteile und
Werkzeug dabei. Vor bzw. waehrend der Reise (aufgrund der verschiedenen
Routen) versuchten wir die Teile aus Gewichtsgruenden abzustimmen.
Einige Teile sind in der Tuerkei problemlos zu erhalten. Reparaturen,
bei denen handwerkliches Geschick und keine bestimmten Ersatzteile
erforderlich sind, koennen hier gut und guenstig mit Improvisationstalent
in einer Hinterhofwerkstatt ausfgefuehrt werden. Mein Rad ist
mit einer Hydraulikbremse ausgestattet, die sehr wartungsarm ist
(in den letzten 5 Jahren keine Probleme gehabt). Sollte hier z.B.
durch ein Sturz ein Loch in die Bremsleitung gelangen, muss sicherlich
Ersatz aus Deutschland angefordert werden."
Roland: "Ersatzteile sind hier nicht
so leicht zu bekommen, hier fahren die Leute fast nur MTB's. Aber
wir haben fast alle Ersatzteile dabei, die man brauchen koennte."
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Dirk: "Klar, auch das gibt es. Gerade
an einem Morgen nach einer heftigen Etappe, die einem noch in
den Knochen steckt, haelt sich die Lust auf das Fahren in Grenzen.
Hat man erst einmal den Anfang geschafft, kommt die Lust meist
schnell wieder. Rasante Abfahrten belohnen fuer die Anstrengungen
des Bergauffahrens und lassen die Muehen schnell vergessen."
Roland: "Kommt schon vor, bei mir aber
selten."
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Dirk: "Auf dem europaischen Teil der
Reise starteten wir meist gegen 10 Uhr (wir kamen nicht aus den
Federn, aber die Hitze machte es nicht so erforderlich). Ab der
Tuerkei ging es bisher meist sehr frueh gegen 7 Uhr los. Mit Pausen
radelten wir bis 13 oder 14 Uhr. Nach der "Siesta" ging
es gegen 15 oder 16 Uhr weiter. Im Schnitt kann man je nach Tagesetappe
von 5 - 7 Stunden pro Tag im Sattel ausgehen. Bei den weitesten
Etappen war es natuerlich entsprechend laenger."
Roland: "5-7 Stunden im Schnitt"
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Dirk: "Bei einer Reise per Auto faellt
die Routenwahl anders aus. Per Fahrrad erreicht man besonders
kleine Ortschaften in denen man sich z.B. mit Getraenken versorgt
und somit mit den Bewohnern in Kontakt kommt. Es folgen die typischen
Fragen nach woher, wohin und warum. Schon ist ein kleines Gespraech
entstanden, das sich manchmal sehr ausgedehnt hatte. Die Landschaft
wird per Rad natuerlich viel intensiver erlebt (an die grossen
Berge kann man sich gut erinnern). Aber auch die kleinen Dinge
am Weg koennen besser wahrgenommen werden. Die Veraenderungen
der Landschaft, der Gebaeude, der Sprache (im Kaiserstuhl konnten
wir unsere eigene Muttersprache kaum verstehen) usw. tritt langsam
auf und wir haben Zeit uns daran zu gewoehnen."
Roland: "Man kommt halt doch meistens
nur in die touristischen Gegenden, wo man nicht wirklich die Kultur
kennenlernt. Stellt euch vor, ihr fliegt nach Bombay, dann nehmt
ihr wahrscheinlich ein billiges Taxi zum Hotel und spaeter guckt
ihr euch dann nochmal die Sehenswuerdigkeiten an. Wir dagegen
werden wohl ca.15km durch die Stadt radeln und dabei durch Slums
kommen, wo die Armut so gross ist, dass kein normaler Touri freiwillig
dort hingehen würde. Was ich damit sagen will: Wir bekommen
mehr als nur einen Eindruck von den Laendern, wir bekommen einen
ziemlich guten Querschnitt. Ausserdem lernen wir einfach mehr
Leute kennen, weil uns nunmal niemand (kein Reiseunternehmen)
beim Organisieren hilft, wir kommen also zwangslaeufig mit den
Leuten andauernd ins Gespraech. Last but not least, erfahren wir
natürlich die Natur viel intensiver, es macht schon einen
gewaltigen Unterschied, ob man mit 100 oder mit 20 km/h durch
die Gegend faehrt. Die Eindruecke brennen sich sozusagen laenger
in unser Gedaechtnis..."
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